Chronik unserer Aktivitäten

bisherige Gemeinschaftsausstellungen

2024

  • 8. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf. 
  • "Transparenz", Atelier und Projektraum Pastorenstraße 20

 

2022

  • 7. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf. Begleitende Ausstellung in der HASPA-Volksdorf mit Bildern und Objekten
  • Kunstspuren Volksdorf zu Gast im Künstlerhaus Maetzel

2021

  • Kunstspuren Volksdorf in der Haspa Volksdorf 
  • "Wandlungen", Gemeinschaftsausstellung Rockenhofkirche Volksdorf

2020

  • Kunstspuren Volksdorf in der Haspa Volksdorf

2019

  • "Alles hat seine Zeit", Gemeinschaftsausstellung Rockenhofkirche Volksdorf

 

2018

  • 6. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf. Begleitende Ausstellung in der HASPA-Volksdorf mit Bildern und Objekten.

 

2017

  • „Werke aus dem Bestand"  - zehn Künstler der Gruppe zeigen Werke in der Schaufenster-Galerie im Rahmen der Kulturmeile-Volksdorf. Zehn Volksdorfer Geschäfte machten für diese Ausstellung Platz in ihren Schaufenstern
  • "Begegnung mit dem Fremden", Gemeinschaftsausstellung Rockenhofkirche Volksdorf 

 

2016

  • 5. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf. 
  • „KünstlerFragen", Begleitende Ausstellung in der Haspa-Volksdorf mit Bildern und Objekten. 

 

2015

  • "Augenblicke" - Ausstellung in der Rockenhof Kirche im Rahmen der „Nacht der Kirchen“

 

2014

  • 4. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf. Gleichzeitige Ausstellung in der HASPA-Volksdorf mit Bildern und Objekten. Titel der Ausstellung „Was mich bewegt“. 
  • Begleitende Ausstellung zur Eröffnung des Kulturzentrums „Ohlendorff'sche Villa“ mit dem Arbeitstitel "Eine persönliche Spur auf einem Karton in der Größe 15X15cm legen”.

 

2013

  •  „Zwischen Himmel und Erde“, Gemeinschaftsausstellung in der Rockenhof Kirche im Rahmen der „Nacht der Kirchen“.

 

2012

  • 3. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf
  • „Vielschichtigkeit“  Begleit-Ausstellung zu den Offenen Ateliers in der Haspa Volksdorf

 

2011

  • "Mein Lieblingsstück" - Werke aus dem Bestand". in der Ohlendorff'schen Villa im Rahmen der Kulturmeile-Volksdorf

 

2010

  • 2. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf.
  • „PLZ 22359“, Ausstellung in der HASPA-Volksdorf mit Bildern und Objekten. Die Ausstellung zeigte die Auseinandersetzung mit dem eigenen Stadtteil.

 

2009

  • "Begegnungen": Ausstellung in der Ohlendorff'schen Villa mit Bildern und Objekten standen sich paarweise gegenüber als "Sinnbild" des gegenseitigen Kennenlernens.

2008

  • 1. Offene Ateliers und Werkstätten von Mitgliedern der Kunstspuren-Volksdorf.
  • Ausstellung in der HASPA-Volksdorf: Portraitfotos der "Kunstspur-ler" stellen die Künstlergruppe vor,
    Fotos: Elfriede Liebenow

 


Wie alles begann

2007 taucht eine erste Idee auf, in Volksdorf eine...

 

Eine Sammlung von Beiträgen von Volksdorfern, die seit Beginn in der Gruppe der Kunstspuren aktiv sind, erzählt über die Entstehung aus unterschiedlichen Blickwinkeln. 

 

Wie kam es zu den KUNSTSPUREN VOLKSDORF? Ein Abriss. Niedergeschrieben 2014-16

Vorgeschichte

Erinnerungen von Dietrich Raeck

1983 sollte mal wieder ein ortstypisches Wohnhaus in Volksdorf abgerissen werden. Das konnte ich mit einem Freund

nicht verhindern. Klar. Aber das nächste wollten wir retten! Als wir von dem Heimatforscher Alf Schreyer (1915-1993)

erfuhren, dass der Abriss der ehemaligen Schulkate von Volksdorf (Standort nun in Ohlstedt) kurz bevorstehe,

engagierten wir uns – und tatsächlich, wir bekamen die Chance, das alte, reetgedeckte Fachwerkhaus zu bergen. 42

Freunde halfen stunden- oder tageweise beim Abtragen, Transportieren und Einlagern > Näheres s. www.schulkate.de

unter "Historie".

1990 stand die Schulkate wieder in Volksdorf, neben dem Museumsdorf. Unten vermietet an den EULENKRUG, unterm

Dach veranstaltete die „Augenweide“ aus Bergstedt einige Jahre lang in einer Herbstwoche einen

Kunsthandwerkermarkt der besonderen Art. Angebot und Ambiente waren unüblich und herausragend.

Immer wieder auf der Suche nach Veranstaltungen in der Schulkate, wollte ich nach Jahren den Kunsthandwerkermarkt

wiederbeleben.

Da ich ein Anhänger von Vernetzungen bin, sprach ich am 7. November 2004 Bärbel Krämer (KunstKate/Unikat,

Eulenkrugstraße 60-64, Ecke Holthusenstraße, dort u.a. Kunsthandwerkermärkte, Kunstausstellungen) wegen der Idee

einer Kunstmeile „von Kate zu Kate“ (Schulkate – Museumsdorf – Unikat in der Ferck'schen Kate) an.

Auch mit Kerstin Kretschmer nahm ich Kontakt auf. Sie hatte als Volksdorfer Künstlerin bereits mit Karsten Grote

Malkurse in der Schulkate geleitet. Wir trafen uns am 15. Januar 2007 wegen der Idee einer „Dorfpartie der

Kunstschaffenden“ (aus o.g. Kunstmeile könnte einmal die „Historsche Achse Volksdorfs“ vom Mahr'schen

Hof/Lerchenberg über die Räucherkate, Liebermann'sche Villa, Schulkate, Museumsdorf bis zur Ferck'schen

Kate/KunstKate entstehen).

Bei unserem ersten Gespräch zu dritt am 22. Januar 2007 suchten wir einen Weg zur Verwirklichung. Doch musste

Bärbel Krämer aus persönlichen Gründen Abstand von unserem Projekt nehmen. Zu zweit arbeiteten wir weiter.

Unsere erste Idee „von Kate zu Kate“ bekam später eine weitere Richtung, die „Kulturmeile-Volksdorf“, die es seit 2010

in Volksdorf gibt. Und wegen der Idee, einen gemeinsamen Veranstaltungskalender für Volksdorf zu gestalten, liefen

bereits Gespräche im Koralle-Bürgerhaus u.a. mit Ernstwalter Clees vom „Kulturkreis Walddörfer e.V.“ (KKW) und mit

mir vom „Verein Schulkate Volksdorf e.V.“ Alle Ideen fügten sich zu einer neuen Richtung zusammen – der „Kunst in

Volksdorf“ mit offenen Ateliers von Künstlern und Kunsthandwerkern, aus der die „Kunstspuren Volksdorf“ wurden. Ganz

wichtig war uns, eine Gruppe zu sein, die sich ohne Leitung in Eigenverantwortung und Mitarbeit aller Mitglieder

organisiert und weiterentwickelt. Wir wollten Individualitäten zusammenbringen, den kollegialen Austausch fördern,

zusammen gemeinsame Projekte gestalten. Alles das erarbeiteten wir neben unseren Ausstellungen in langwierigen

Prozessen und hielten es in unseren Leitgedanken 2011 fest. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass unsere Kunstspuren

nur leben, wenn wir alle sie aktiv gestalten, uns gegenseitig mit Nachsicht und Wohlwollen behandeln und uns in Stärken

und Schwächen respektieren. So sind wir heute eine erfrischend lebendige Gemeinschaft.

Winter 2007 – die Kunstspuren entstehen

Erinnerungen von Kerstin Kretschmer

Als Dietrich Raeck mich Anfang 2007 fragte, ob ich mit ihm gemeinsam Ideen entwickeln möchte für eine „Dorfpartie der

Kunstschaffenden“, war meine Antwort ein klares JA! Bereits 2001 hatte ich mit Helga Nickol über eine

Zusammenführung von Volksdorfer Künstlern nachgedacht, und so war der Boden für eine fruchtbare Weiterentwicklung

bereits geebnet. Die ersten Treffen fanden ca. 14-tägig bei Birgit Best statt, die zu diesem Zeitpunkt noch in der

Keramikwerkstatt Monika Maetzel tätig war. Unsere Vorstellung, noch im selben Jahr mit einer Veranstaltung starten zu

können, stellte sich sehr schnell als zu ambitioniert heraus. In einer zunächst kleinen Gruppe erarbeiteten wir mit viel

Elan ein erstes Konzept – neben Dietrich Raeck, Helga Nickol, Birgit Best und mir waren außerdem mit dabei Birgit

Kwiatkowski, Torsten Kleinicke sowie Ernstwalter Clees vom „Kulturkreis Walddörfer“. Die Kernpunkte waren schon

damals, das Miteinander zu fördern und Qualität vor Quantität zu setzen. So machten wir im August 2007 den ersten

Schritt an die Öffentlichkeit und riefen über das HEIMAT ECHO unsere (uns noch unbekannten) Künstlerkollegen auf,

sich bei uns zu melden. Die Resonanz war sehr positiv. Es meldeten sich Kerstin Carbow, Karsten Grote, Ulrike Bahl

u.a.m. Den Vorstellungsrunden in der Volksdorfer Schulkate folgten schon bald konkrete Maßnahmen für die ersten

offenen Ateliers und Werkstätten im September 2008.

Zunächst die Leitung für die erste Veranstaltung der Projektgruppe Kunstspuren Volksdorf zu übernehmen, war eine

große Herausforderung für mich! Ungewohnte Aufgaben warteten und auch einige Grenzerfahrungen, Schwierigkeiten,

Reibungspunkte … Aber die gestalterischen Ergebnisse, der gute Start und das stückweise Kennenlernen von

Künstlerkollegen sprechen für sich, und ich empfinde es als bereichernd, dass dieses Projekt möglich wurde und

weiterhin existiert!

Die Kunstspuren haben sich etabliert, entwickeln sich weiter. In einem lebendigen Prozess treten wechselnde

Kleingruppen an die Stelle einer Leitungsgruppe und jeder Einzelne übernimmt ein Stück Verantwortung. Das

Miteinander in der Gruppe wächst, wie auch die Freude daran, was gemeinsam möglich ist. Das ist meine Beobachtung.

Erinnerungen von Helga Nickol

2001 stellten Kerstin Kretschmer und ich unsere Arbeiten in der Klosterruine Arendsee aus.

Dabei sprachen wir, meiner Erinnerung nach, auch über eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und

Kunsthandwerkern in Volksdorf. Eine solche hatte schon viel früher, nämlich 1996 im Rahmen einer Ausstellung zur 700-

Jahrfeier von Volksdorf im Spiekerhus stattgefunden. Daran waren u.a. Christel Lorenz-Konradi, Nina Zierott, Maria

Jahnke-Ernst und ich beteiligt. Das Ausstellungskonzept erarbeitete Anke Nickol.Als mich Kerstin Kretschmer 2007 fragte, ob ich mich an einem Projekt zur künstlerischen Zusammenarbeit beteiligen

wollte, sagte ich sehr gern zu. Für die nicht so beliebte, doch wichtige Arbeit des Kassenwarts konnte ich Anfang 2008

meinen Nachbarn Harald Buchholz gewinnen.

Wir wollten die Mitgliedschaft zur Gruppe auf Volksdorf beschränken, um uns näher kennenzulernen, Ziele zu setzen, ein

Konzept zu erarbeiten, auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen, was im Mai 2008 bei den „Offenen Ateliers“ auch gut

gelang, wie ich meine.

Frühjahr 2007 – die Kunstspuren formieren sich

Erinnerungen von Kerstin Carbow

Im Frühjahr 2007 wurde ich von Kerstin Kretschmer angesprochen, bei einem Zusammenschluss von Volksdorfer

Künstlern und Kunsthandwerkern mitzuwirken. (Wir kannten uns bereits von Ausstellungen bei Bärbel Krämer in der

Galerie Unikat.) Wenig später folgte die schriftliche Einladung zu einem Treffen in der Schulkate. Die Resonanz unter

den Volksdorfer Kunstschaffenden war groß, und schon bald waren die Kunstspuren als Untergruppe des Kulturkreises

Walddörfer ins Leben gerufen. Jedes Mitglied übernahm nach eigenen Vorlieben und Fähigkeiten verschiedene

Aufgaben. So entwarf ich als Kalligraphin unseren Schriftzug, den Ulrike Bahl dann in das endgültige Logo mit den

markanten Farben verwandelte.

Da ich gut organisieren kann und darüber hinaus gerne in einem Team arbeite, wirkte ich bereits im zweiten Jahr in der

Vorbereitungs- und Organisationsgruppe zusammen mit Kerstin Kretschmer und Dietrich Raeck mit. Daraus entwickelte

sich eine fruchtbare Zusammenarbeit, auch gemeinsam mit Karsten Grote bei der Gestaltung der Broschüren. Bei der

zweiten Biennale im Jahre 2010 übernahm ich federführend die Organisation und Durchführung der Ausstellungen in der

Hamburger Sparkasse. Dazu kamen jährlich wechselnd unsere Gemeinschaftsausstellungen u.a. in der

Ohlendorff´schen Villa und in der Kirche am Rockenhof. Bis heute macht mir diese Arbeit besonders viel Freude.

Die Vernetzung bringt uns Künstler aus Volksdorf zusammen, lässt mit vereinten Kräften größere Projekte entstehen, die

der Einzelne in dieser Art nicht leisten könnte. Darüber hinaus entstehen kollegiale Beziehungen und sogar

freundschaftliche Verbindungen. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus, helfen uns gegenseitig bei künstlerischen

Problemen und vermitteln uns manchmal sogar Aufträge. Insgesamt ist ein erfreuliches und kreatives Miteinander

entstanden, das mittlerweile auch bei der Volksdorfer Bevölkerung große Resonanz erfährt.

Erinnerungen von Nina Zierott

Im Juni 2007 sprach mich Dietrich Raeck auf eine Initiativgruppe „Kunst in Volksdorf“ an, die er zusammen mit Kerstin

Kretschmer und anderen gebildet hatte. Ziel dieser Gruppe war es, „Künstlerinnen und Künstler miteinander ins

Gespräch zu bringen und ihnen eine Plattform zu schaffen, auf der sie sich und ihre Kunst präsentieren können.“

Dies interessierte mich und ich schloss mich der Gruppe an.

Knapp drei Jahrzehnte hatte ich überwiegend allein meine Bilder ausgestellt, sowohl im Spiekerhus, im eigenen Garten

vor dem Hintergrund historischer Rosen, als auch bei den Offenen Ateliers, die der Berufsverband bildender Künstler für

seine Mitglieder organisierte. In diesem Zusammenhang stellte ich auch erstmalig gemeinsam mit Volksdorfer Künstlern

1996 zur 700-Jahr-Feier Volksdorfs im Spiekerhus aus.

Ausstellungsangebote von Galeristen (Hochhuth, Ruth Sachse) hatte ich jeweils abgelehnt, um unabhängig zu bleiben.

Nun habe ich an allen Ausstellungen der Kunstspuren teilgenommen und schätze es, mit anderen gemeinsam

Veranstaltungen der Gruppe vorzubereiten und zu erleben.

2008 die erste Biennale – die Kunstspuren treten in die Öffentlichkeit

Erinnerungen von Karsten Grote

Ich habe Kerstin Kretschmer kennengelernt, als wir Kurse von einer Kollegin übernahmen, die in der Schulkate

stattfanden: Kerstin = Aquarell, ich = Malerei mit Ei-Tempera. Es gab sogar eine gemeinsame Ausstellung unserer

Teilnehmer. Zu der Zeit war ich noch vollberuflich in einer Werbeagentur tätig, und die Kurse fanden abends unter dem

Titel „Montag-Maler“ statt. Laut einem Artikel im Alstertal-Magazin muss das ca. 1990 gewesen sein. Auf einem Flyer

von Januar1998 hieß das dann „KARMA – Atelier für Kunst & Persönliches Wachstum“ und war bereits eine Malschule

für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ich war inzwischen selbstständig und hatte wöchentlich den ganzen Montag in

der Schulkate dafür gebucht.

Über das Heimat-Echo und Telefonate mit Kerstin erfuhr ich von der Idee der Kunstspuren; ob das schon der Name war,

weiß ich nicht mehr. Seit 2008 bin ich dabei.

Im Herbst 2011 erfuhr ich über einen Aufruf von Ernstwalter Clees an die Kunstspuren, dass noch Leute für den KKW-

Vorstand gesucht werden und kandidierte (meine Entscheidung war unabhängig von den Kunstspuren, aber die

„Vernetzung“ passt ja ganz gut). Im Februar 2012 wurde ich gewählt, im Juni 2014 wiedergewählt.

Erinnerungen von Tobias Heese

Die Kreativität in der Kunst hängt auch von der Vielfalt ab. So kam es, dass sich 2008 Künstler zusammengefunden

haben, um gemeinsam eine Basis für Kunst zu schaffen.

Ein kleines Gründungsteam brachte die Kunstspuren zum Leben.

Mit dem Austausch untereinander kamen Ideen und Unterstützung, sei es Werbung oder die kreative Entfaltung auf

anderen Materialien zustande.

Mit der Vernetzung entstand eine Werbeplattform, die von Volksdorfer Geschäften und Unternehmen finanziell

unterstützt wurden. So konnten hochwertige Kunstspurenflyer hergestellt werden, und die Kunst bekam von nun an

einen neuen Stellenwert - nicht nur in Volksdorf.

2009 – die Kunstspuren sind in Volksdorf angekommen

Erinnerungen von Armin MetzgerMalen, plastizieren, bildhauern, das bedeutet in der Regel: allein zu arbeiten. Man gestaltet, überlegt, ringt, verwirft,

gestaltet neu, ist besessen, enttäuscht, beseelt – und das ist auch gut so, nur so gelingt der Transfer

der Idee aus dem Kopf hin zum Kunstobjekt.

Es ist eine intensive Arbeit am Stein, an der Leinwand und mit Ton, bei der man alles mit sich selbst ausmacht.

Zwischendurch gibt es immer wieder Situationen, da tut es gut, mit jemandem zu sprechen, das Werk zu zeigen, zu

erklären, wo es hakt oder flutscht, wie es einem gerade damit geht.

Manchmal ist es aber auch ganz wunderbar, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnlich getrieben sind oder gerade

mal wieder genervt. Vom Keilrahmen, der sich verzogen hat, oder vom Holz, das noch zu feucht ist. Darüber zu reden,

wo es besondere Farben gibt, wie man spezielle Oberflächenstrukturen oder Farbeffekte erreicht und wo gerade eine

gute Ausstellung stattfindet.

Bereits um die Jahrtausendwende habe ich deshalb Künstler in den Walddörfern besucht, mit der Idee, einen

Künstlerstammtisch zu gründen. Damals war die Reaktion leider wenig aufbauend. Also bin ich wieder in mein Atelier

gegangen und habe weitergearbeitet. Bis ich von einer befreundeten Nachbarin, Britta Rodefeld, die ja mittlerweile auch

Mitglied der Kunstspuren ist, erfuhr, dass sich direkt in Volksdorf eine Künstlergruppe gegründet hatte. Sie gab mir die

Telefonnummer von Ulrike Bahl, die mir wiederum die Nummer von Kerstin Kretschmer nannte. Ich rief sie an und stand

beim nächsten Treffen der Kunstspuren im Februar 2009 mit meiner Mappe in der Schulkate. Im Juni nahm ich das erste

Mal an einer gemeinsamen Ausstellung in der Ohlendorff´schen Villa teil und 2010 an den Tagen des offenen Ateliers.

Seitdem fanden viele weitere gemeinsame Ausstellungen in Volksdorf statt. Die Gruppe ist eine Mischung von kreativen

Persönlichkeiten mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen. Mit dem einen oder anderen hat man sehr viel

zu tun, ist sogar befreundet, mit anderen hat man weniger Berührungspunkte.

Aber das Besondere ist: Es gibt keine Konkurrenz. Wir unterstützen uns gegenseitig, geben Tipps und Ratschläge, wenn

gewünscht, organisieren gegenseitige Besuche und Vernissagen. Und sehen uns als Einheit, die es in Volksdorf zu

stärken und zu fördern gilt. Ich weiß von anderen Künstlergruppen, dass das keineswegs selbstverständlich ist.

Volksdorf im April 2016